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Konzertina


Die Akkordeonvariante Konzertina (oder Concertina), die in der Regel in einem sechseckigen (bisweilen achteckigen) Rahmen gebaut wird, lässt sich in zwei von der Spielweise her verschiedene Typen einteilen. Die English Concertina ist chromatisch und erzeugt beim Ziehen und Drücken den gleichen Ton, während die Anglo Concertina, die ähnlich der deutschen Konzertina diatonisch ist, dabei unterschiedliche Töne hervorbringt.

Die erste Concertina wurde am 19. Juni 1829 von dem englischen Physiker Sir Charles Wheatstone patentiert und erlebte im letzten Jahrhundert sowohl auf den Britischen Inseln als auch in Deutschland einen gewaltigen Boom, in dem dieses leicht transportierbare Instrument zu einem der populärsten Musikgeräten überhaupt wurde. Wie vielfältig und unterschiedlich dabei die Modelle besonders um die Jahrhundertwende waren, mag die Sammlung des Concertina-Museums von Free Reed in England zeigen, die 800 verschiedene Modelle umfasst.

Nach dem völligen Verschwinden der Konzertina kam es erst wieder im Folk Revival zu einer erneuten Popularisierung: Louis Killen und Alistair Anderson (High Level Ranters) zählen zu den exponiertesten Vertretern. Auch in der Bundesrepublik gibt es eine stattliche Anzahl ausgezeichneter Konzertinaspieler, von denen Rainer Prüß (Liederjan) hervorgehoben sei.

Aus rororo Folk-Lexikon von Kaarel Siniveer (1080-ISBN- 3499 16275 X)

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